Bundesimmissionsschutzverordnung "die 26-te"

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Adrian
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Bundesimmissionsschutzverordnung "die 26-te"

#1

Beitrag von Adrian » So 6. Jan 2019, 18:56

Die Diskussion um Stickoxidwerte in den Städten genießt ein hohes mediales Interesse. Die Überwachung der Grenzwerte erfolgt fortwährend. Aufgrund von Elektromobilität bzw. technischer Weiterentwicklungen ist wohl aber tendenziell mit geringeren Belastungen in Zukunft zu rechnen.

Wie verhält es sich dagegen mit elektromagnetischer Strahlung? Gesetzliche Grenzwerte (26. Bundesimmissionsschutzverordnung) werden eher nur einmalig überprüft. Als Folge zahlreicher Entwicklungen - z.B. W-LAN im öffentlichen und privaten Raum, automatisches Autofahren, "fliegende Taxis",... - zeichnet sich ab, dass der sogenannte „Elektrosmog“ zunehmen wird.

Wie ist also mit dem Thema aus umweltpolitischer Sicht zum Schutz von Mensch und Natur umzugehen?
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Re: Bundesimmissionsschutzverordnung "die 26-te"

#2

Beitrag von alex neumann » Mo 7. Jan 2019, 07:03

Solange die Elektromobilität ihren Strom nicht regenerativ bezieht, ist dies kein Schritt in eine unbelastete Zukunft. Auch die Speicherung (Akkus) ist ein großes Problem. Die Entsorgung dieser Akkus ist ein weiteres.

https://www.oeko.de/fileadmin/oekodoc/F ... t_2017.pdf

Zum Thema Elektrosmog: Ich benutze kein Smartphone. Die Gefahr durch Elektosmog wird fortwährend heruntergespielt. Klar, wäre ja auch eine Katastrophe für unseren Konsum und unsere Konzerne.

https://www.zentrum-der-gesundheit.de/e ... ie-ia.html
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Re: Bundesimmissionsschutzverordnung "die 26-te"

#3

Beitrag von Adrian » So 13. Jan 2019, 17:42

Ich glaube auch, dass Elektrosmog nicht die Bedeutung beigemessen wird, die erforderlich wäre. Ein Mitarbeiter der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit hat mal folgende mögliche, sogenannte "sensorische", unmittelbare Auswirkungen beim Menschen aufgeführt:

• Magnetophosphene
• Schwindel
• Übelkeit
• metallischer Geschmack
• Mikrowellenhören

Wobei ich zugeben muss, dass "normales" W-LAN oder kurzes Telefonieren mit dem Handy sowas bei mir nicht hervorgerufen hat. Allerdings reicht es hier wohl nicht, nur an erwachsene Menschen mittleren Alters zu denken. Es wäre vorstellbar, dass es bei Säuglingen, Älteren, Menschen mit Implantaten auch schon anders sein könnte. Wiederum anders könnte es auch bei kleinen Säugetieren, Insekten oder bei Spermien sein...

Zudem sollte aufgrund der vielfältigen Belastungsmöglichkeiten mit elektromagnetischer Strahlung (unterschiedliche Frequenzen, unterschiedliche Intensitäten, gepulste oder konstante Strahlung) die Diskussion meiner Auffassung nach wissenschaftlich und nicht "ideologisch" geführt werden.
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Re: Bundesimmissionsschutzverordnung "die 26-te"

#4

Beitrag von Adrian » Fr 18. Jan 2019, 20:30

Was die Interessensgruppen angeht, gehören natürlich auch die Konzerne dazu.

Zur Wahrheit gehört wohl aber auch, dass es hier auch um den Digitalfunk "TETRA" für Polizei & Co. geht.

Last, but not least, gilt elektromagnetische Strahlung auch zu den sogenannten "non-lethal weapons" und ist somit unter militärischen oder repressiven Gesichtspunkten sicherlich auch nicht ohne Bedeutung.
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Re: Bundesimmissionsschutzverordnung "die 26-te"

#5

Beitrag von Martha » Fr 18. Jan 2019, 21:05

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Re: Bundesimmissionsschutzverordnung "die 26-te"

#6

Beitrag von Ralf Kliemt » Sa 19. Jan 2019, 20:37

Martha hat geschrieben:
Fr 18. Jan 2019, 21:05
Zu Strahlung *grusel* https://www.beobachter.ch/gesundheit/5g ... tem-risiko

LG
Ahoi.
Hab ich gerade gelesen. Ich bin Physiker und schüttele nur den Kopf über dieses Vorgehen. Umfangreiche Studien zur Sicherheit einer Technik - insbesondere, wenn sie alle betrifft und nicht nur deren Nutzer - sind meiner Meinung nach unerlässlich. Selbst wenn ich aus dem Bauch heraus sagen würde, die Effekte wären klein. Denken ist nicht Wissen, Dochte sind keine Lichte.

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Re: Bundesimmissionsschutzverordnung "die 26-te"

#7

Beitrag von Martha » Sa 19. Jan 2019, 23:43

Ich bin auch erst drauf gestoßen, weil ich mich wunderte, dass da so ein Druck gemacht wird. Aber klar, neue Handys, alles neu, Riesen Marktchancen für Steuerhinterzieher äh pardon Steueroptimierer wie apple, samsung et al
Fraglich, ob das noch zu stoppen ist, oder ob das ein Projekt der massiveheadcountreduction ist?

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Re: Bundesimmissionsschutzverordnung "die 26-te"

#8

Beitrag von Thomas Kross » So 20. Jan 2019, 15:58

alex neumann hat geschrieben:
Mo 7. Jan 2019, 07:03
Solange die Elektromobilität ihren Strom nicht regenerativ bezieht, ist dies kein Schritt in eine unbelastete Zukunft. Auch die Speicherung (Akkus) ist ein großes Problem. Die Entsorgung dieser Akkus ist ein weiteres.
Die Entsorgung von Akkus dürfte eher ein geringes Problem sein, sofern das Recycling mindestens ähnlich geregelt ist, wie derzeit bei Bleiakkus, da es sich bei alten Akkus um sehr wertvolle Materialressourcen handelt (Lithium, Kobalt). Zudem ist ein Akku, der aus Elektrofahrzeugen ausgebaut wird, noch lange kein Abfall, da der Akku nach dem Ausbau aus dem Elektrofahrzeug (bei weniger als 80% Speicherkapazität nach 8-10Jahren) noch weiter im statischen Bereich (Stromspeicher) viele Jahre weiter genutzt werden kann- statisch besitzt die Speicherkapazität pro Akku eine nicht so hohe Wertigkeit wie im Fahrzeug. Bei dem Negativmarketing gegen Elektrofahrzeuge geht es vor allem gegen Produzenten, die neu in die Automobilproduktion eingestiegen sind (Tesla, BYD, ...) und auch darum, Autos mit Verbrennungsmotoren möglichst lange am Markt zu halten. Da werden dann gerne die negativen Positionen zu Verbrennungasmotoren ausgeblendet- das endet ja mit Stickoxidaustoß und CO2 noch lange nicht. Benzin und Diesel hängt am Tropf der Mineralölindustrie- jeder Besitzer eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor ist in der Regel direkt abhängig vom Mineralölproduzenten. Der Elektroautobesitzer kann sie seine Antriebsenergie prinzipiell selbst oder in Gemeinschaft mit anderen (Betreibergesellschaften Photovoltaik, Windstrom, ...) erzeugen und wird damit weitgehend unabhängig von Lieferanten. Und ja, ein Großteil der Elektroautobesitzer nutzt weitgehend regenerativ erzeugten Strom. Die meisten Elektrozapfsäulen werden mit regenerativem Strom versorgt. In Deutschland ist der Anteil an regenerativem Strom bei ca. 40% mit deutlichem Wachstum. Die großen Akkuhersteller sind stark darum bemüht, weitgehend regenerativen Strom für die Produktion der Akkus zu verwenden (auch gerade aus Kostengründen)- dann gelten die aktuellen Studien (die ohnehin stark fehlerhaft sind, da auf altem Zehlenmaterial beruhend) nicht - siehe z.B. hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Gigafactory_1
Man darf zudem nicht vergessen, dass die Rohölvorräte begrenzt sind (niemand kann sagen, wie stark- bekannt ist aber, dass zwei der größten Erdölproduzenten Europas (Norwegen, Großbritannien) ihre maximale Fördermenge längst überschritten haben): man kann davon ausgehen, dass das bei anderen Förderstätten weltweit nicht wesentlich anders aussieht: https://www.heise.de/tp/features/Norweg ... ?seite=all So günstige Förderbedingungen für Rohöl, wie in der Vergangenheit, wird man mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr finden- da ist es immer gut, wenn man den Preisanstieg auf Steuern zurückführen kann- das lenkt von den eigentlichen Ursachen ab. Am Ende ist es immer die sinnvollere Variante, private Fahrzeuge und Fahrten zu meiden- das beginnt mit einer sinnvollen Siedlungsstruktur ...
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Re: Bundesimmissionsschutzverordnung "die 26-te"

#9

Beitrag von Rainergill » Di 22. Jan 2019, 19:22

Irgendwie dreht sich die Diskussion immer ein wenig im Kreis. Es sind ja nicht nur die Autos mit Verbrennungsmotoren, die unserer Umwelt Probleme bereiten wenn sie fahren. Jedes Auto, egal ob Verbrennungsmotot oder Elektroauto haben bereits vor der ersten Fahrt eine negative Energiebilanz. D.h. die aufgewendete Energie bei der Produktion steckt erstmal nicht rückholbar in jeden Fahrzeug. Es wäre also sinnvoll, wir hätte keine Individualfahrzeuge, sondern von allen benutzbare, jederzeit abrufbare elektrische Transportmittel, die länger laufen als die Prestigeobjekte Auto. Die Emissionen der Fahrzeuge könnten so vermindert werden. Dadurch wird auch weniger Feinstaub in die Luft geblasen, bzw. durch Reaktionen mit dem Landwirtschaftlich produzierten Ammoniak vermindert. Wenn wir dann noch in der Lage wären, den Gütertransport auf Schiene oder Flüsse zu verlagern wären wir wieder ein Schritt weiter. Auch Elektrotransporter (Güterzug genannt) benötigen Energie, aber die kann aus regenerativen Quellen gewonnen werden. Also nicht nur Vermeidung von privaten sinnlosen Fahrten, sondern auch andere Transportwege und Möglichkeiten nutzen um ein gesünderes Klima zu schaffen und die Umwelt deutlich zu entlassten.
Denn wir haben nur diese eine Welt, wollen wir unseren Enkeln die rauben?
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Re: Bundesimmissionsschutzverordnung "die 26-te"

#10

Beitrag von Martha » Fr 8. Feb 2019, 20:15

Ich weiß nicht, dazu bin ich zu wenig bewandert, wieso immer wieder auf Elektro gesetzt wird. In Frankreich fordern die Bürger inzwischen die gezielte Förderung der Brennstofftechnologie als verträglicher. Kann dazu jemand was sagen?

Außerdem kann man spotten, was man will, die gute alte Rennpappe hats doch gebracht, einerseits aus dem Aspekt der Materialressourcen, andererseits aus dem laaaaaangen Innovationszyklus, der nicht, wie es heute hier ist, jedes Jahr neue Begehrlichkeiten weckt.

Ich denke, wenn man dahin lenkt, dann ist das Auto als Charakterersatz eh nicht weiter begehrt, wenn alle das gleiche hätte, so küme man ganz einfach über die Proteste der Beschneidung hinaus, wenn man nicht mehr das PrivatKfZ an sich beschränkt, sondern die Vielfalt beim Hersteller, und so käme man leichter zur ÖPNV Nutzung, der natürlich aisgebaut werden muss.
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Re: Bundesimmissionsschutzverordnung "die 26-te"

#11

Beitrag von Rainergill » Sa 9. Feb 2019, 12:05

Hallo Martha,
Alle fossilen Brennstoffe (Kohle, Erdgas, Erdöl) sind zum einen begrenzt und wachsen nicht nach. Und damit ist in einigen Jahren Schluss. Zum anderen produzieren diese Brennstoffe je nach Art entsprechende Luftschadstoffe wie Kohlenoxide, Stickoxide oder Schwefeloxide. Dazu kommt noch die Feinstaubbelastung aus sehr unterschiedlichen Quellen.
Kohlenoxide entstehen durch verbrennen von Kohle und Erdölprodukten. Diese Gase sind entweder sofort tödlich (Kohlenmonoxid) oder sorgen für den sogenannten Treibhauseffekt (Kohlendioxid) und damit für die Erderwärmung und Klimaveränderung.
Stickoxide entstehen ebenfalls bei der Verbrennung von Erdöl oder Erdgas bzw. aus deren Produkte. Stickoxide bilden mit Wasser eine Säure, die zu Erkrankungen der Atemwege führt. Außerdem überdüngen und übersäuern sie den Boden und führen damit zu Ernteschäden oder Ernteausfällen.
Schwefeloxide entstehen bei der Verarbeitung von Erdöl zu Benzin. Mit Wasser bilden sie die für Lebewesen tödlichen Säuren. Schwefelsäure in der Lunge zerfrisst das Gewebe und ist sofort tödlich.
Außerdem enthalten Kraftstoffe krebserregende Zusatzstoffe die entweder durch Verbrennung entstehen, oder bereits in den Kraftstoffen enthalten sind. Diese Umwelt und Leben zerstörenden Stoffe werden durch die Abgase in die Luft oder Boden gebracht.
Aus diesen Gründen muss man nach anderen Energieformen suchen. Die einzige Energieform die sich transportieren lässt ist Strom. Strom kann entweder gespeichert abgegeben werden (Batterie), oder laufend aus Quellen erzeugt werden (Brennstoffquellen). Aus diesem Grund sind elektrisch angetriebene Fahrzeuge in der Zukunft die sinnvolle Alternative zu den jetzigen Fahrzeugen. Zusammen mit künstlicher Intelligenz sind so selbstfahrende Transportmittel möglich. Durch den Ausbau der öffentlichen Verkehrsnetze und Elektroautos ist eine Abschaffung des Individualverkehrs möglich. Das Auto als Statussymbol ist nicht mehr zeitgemäß.
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Re: Bundesimmissionsschutzverordnung "die 26-te"

#12

Beitrag von Martha » Sa 9. Feb 2019, 22:19

Das ist mir schon klar. Aber hat das was mit Brennstoffzellen zu tun?

Der Nachteil von Elektromobilität sind die benötigten Batterien resp die knappen Rohstoffe dafür. Mit Brennstoffzellen umgeht man das.
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Re: Bundesimmissionsschutzverordnung "die 26-te"

#13

Beitrag von Harald Uhlig » So 10. Feb 2019, 11:00

Hallo, @Martha ,
die heute im Einsatz befindlichen Eisenbahnen mit Brennstoffzellenantrieb (auch in Deutschland fährt sowas schon!) benötigen genauso eine Lithiumbatterie wie ein Elektroauto. Elektroenergie muss immer zwischengespeichert werden, wenn man nicht an einer Oberleitung hängen will.
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Re: Bundesimmissionsschutzverordnung "die 26-te"

#14

Beitrag von Martha » So 10. Feb 2019, 12:44

Ah ok, danke.
Wobei Oberleitungen innerorts auchvkein Problem mehr darstellen, wenn es den behindernden Individualverkehr mehr gibt.

Es gibt derzeit im Versuchsstadium eine Sache, auf die ich sehr gespannt bin, und zwar handelt es sich um tankbare Elektroenergie - ja tatsächlich. In einer Flüssigkeit schwimmen kleine Plasikpartikel, und die sind geladen; dies Flüssigkeit kann man ebenso tanken wie Benzin. Damit braucht man keine Batterie mehr, und man ist ebenso flexibel im ÖPNV, wie man es jetzt ist, auch auf lange Strecken.
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Re: Bundesimmissionsschutzverordnung "die 26-te"

#15

Beitrag von Thomas Kross » So 10. Feb 2019, 17:25

Martha hat geschrieben:
Fr 8. Feb 2019, 20:15
Ich weiß nicht, dazu bin ich zu wenig bewandert,
wieso immer wieder auf Elektro gesetzt wird. In Frankreich fordern die Bürger inzwischen die gezielte Förderung der Brennstofftechnologie als verträglicher. Kann dazu jemand was sagen?

Naja, Brennstoffzellen haben das Problem, dass sowohl die Umwandlung von elektrischer Energie in Gas (Wasserstoff oder Methan) mit hohen Verlusten verbunden ist: ca. 40% Wirkungsgrad, als auch die Verwertung des Gases in der Brennstoffzelle mit ca. 60% Wirkungsgrad. Ein Lithium-Ionen-Akku nutzt diesbezüglich die elektrische Energie deutlich effektiver (> 90% bei der Speicherung und >90% bei der Abgabe aus dem Akku). Dass in Frankreich die Brennstoffzelle so hochgelobt wird, hängt auch damit zusammen, dass Kernkraftwerke infolge ihrer schlechten Regelbarkeit deutliche Stromüberschüsse produzieren. Bei regenerativen Energieträgern ist das derzeit noch nicht in größerem Maße der Fall. Zukünftig könnte aber ein Anteil mit Power-to-Gas bzw. per Brennstoffzellennutzung sinnvoll erscheinen. Zudem ist die Bereitstellung von Wasserstofftankstellen wesentlich aufwendiger, als die Bereitstellung von Stromzapfsäulen (Strom ist faktisch nahezu überall verfügbar, die "Zapfsäulen" sind nicht besonders teuer und schnell errichtet- genaugenommen einfache Geräte, die den 400V Drehstrom in entsprechenden Gleichstrom wandeln, es ginge auch per 230V Einphasen-
Wechselstrom in Gleichstrom- dann wäre aber die Ladezeit eines Akkus deutlich länger).
Bei Wasserstoff hängt man wieder in der Abhängigkeit vom Wasserstoffanbieter.
Ich war übrigens mehrere Jahre mit einem umgebauten Diesel gefahren, der auch meistens direkt mit kaltgepresstem Pflanzenöl gefahren ist (also auch regenerativ)- das Pflanzenöl bezog ich überwiegend von der Ölmühle (Rapsöl) eines Bauern in MV (ich hatte in meiner Garage einen eigenen 1000l Rapsöltank), also vollkommen regional produziert (manchmal kaufte ich auch Sonnenblumenöl, Maiskeimöl, Walnussschalenöl (überlagerte Bestände)) ... im Supermarkt.
Es wäre noch zu beachten, dass die Haltbarkeit von Brennstoffzellen auch nur begrenzt ist. Brennstoffzellen sind zudem auch nicht billig.
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Re: Bundesimmissionsschutzverordnung "die 26-te"

#16

Beitrag von Harald Uhlig » Mo 11. Feb 2019, 11:13

Was ich nicht verstehe, @Thomas Kross ,
bei regenerativen Energieträgern (Wind, Sonne) besteht doch gerade das Problem, dass die Energie sehr unregelmäßig anfällt und daher gespeichert werden muss. Also sollte es doch auch Sinn machen, lieber Gas zu produzieren damit als die Anlagen runterzuregeln. Wo ich den Verbraucher in der Nähe habe, wie bei der Solarzelle auf dem Hausdach, da ist natürlich eine Lithiumbatterie sinnvoller aber bei Offshore-Windrädern und auch bei Windparks an Land fernab von Verbrauchern, sollte es doch besser sein, Gas zu produzieren, statt die Dinger anzuhalten, wenn wenig Strom gebraucht wird. Zumal ja dann auch diese monströsen Strom-Fernleitungen nicht benötigt werden.
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Re: Bundesimmissionsschutzverordnung "die 26-te"

#17

Beitrag von Thomas Kross » Mo 11. Feb 2019, 16:42

Harald Uhlig hat geschrieben:
Mo 11. Feb 2019, 11:13
Was ich nicht verstehe, @Thomas Kross ,
bei regenerativen Energieträgern (Wind, Sonne) besteht doch gerade das Problem, dass die Energie sehr unregelmäßig anfällt und daher gespeichert werden muss. Also sollte es doch auch Sinn machen, lieber Gas zu produzieren damit als die Anlagen runterzuregeln.
Derzeit wird der nahezu der gesamte Strom, der regenerativ produziert wird, direkt gebraucht (bzw. lässt sich mit bestehenden Speichern z.B. Pumpspeicherkraftwerke) speichern. Große Überschüsse gibt es bei regenerativen Energien nicht- sie ersetzen nur einen erheblichen Teil der konventionellen Energieträger. Nochmals: Power-to-Gas ist mit sehr hohen Energieverlusten verbunden, was bei Akkuspeicherung lange nicht in diesem umfassenden Maße der Fall ist. Ich selber speichere auch meinen selbst erzeugten Solarstrom (im Haus) in Akkus, um möglichst viel des selbst erzeugten Stromes selbst nutzen zu können (stationäre Akkus benötigen übrigens kein Kobalt- auch in mobilen Akkus wird der Kobalt zunehmend deutlich reduziert). Solar- und Windstrom in Akkus zu speichern ist weitaus effektiver. Und nochmals: Brennstoffzellen sind keineswegs billig und haben genauso wie Akkus eine begrenzte Haltbarkeit. Was Wasserstoff betrifft: Wenn man das für PKW-s verfügbar machen will, ist der Aufwand zur Installation der Wasserstoffinfrastruktur erheblich (Strom dagegen gibt es bereits überall). Und die Produktion von Lithiumionen-Akkus ist deutlich nachhaltiger wenn sie mit regenerativen Energien erfolgt. Und man sollte sich überlegen, warum die Verkaufszahlen des Toyata -Mirai (mit Brennstoffzellen) so klein sind.
Man sollte auch vorsichtig mit der Proklamation von Wasserstoff und Brennstoffzellen in Autos sein- es nützt nämlich in erheblichem Umfang der Kernkraftwerkeindustrie (deswegen wird das auch gerade in Frankreich so hoch gehalten). Und ich kann immer wieder betonen: Bei Wasserstoff bringen sich viele Menschen in unmittelbare Abhängigkeit der Wasserstoffindustrie. Wasserstoff selbst effektiv herzustellen ist nicht unkompliziert- Strom hingegen kann ich effektiv selbst produzieren (z.B. per Solarzellen). Ich bin kein Gegner von Brennstoffzellen, dennoch halte ich Brennstoffzellen zur Nutzung als Speicher für elektrischer Energie für ineffizient und zu aufwändig (physikalisch bedingt)- das kann man machen, wenn man große Mengen an Strom (regenerativ) überflüssig hat.
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Re: Bundesimmissionsschutzverordnung "die 26-te"

#18

Beitrag von Martha » Mo 11. Feb 2019, 22:23

Wenn man die Abhängigkeit betrachtet, muss diese nicht ebenso gegen die Akkuproduzenten einwenden?
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Re: Bundesimmissionsschutzverordnung "die 26-te"

#19

Beitrag von Thomas Kross » Di 12. Feb 2019, 21:44

Martha hat geschrieben:
Mo 11. Feb 2019, 22:23
Wenn man die Abhängigkeit betrachtet, muss diese nicht ebenso gegen die Akkuproduzenten einwenden?
Naja, neue Akkus benötigt man vielleicht einmal in 10 Jahren (eine neue Brennstoffzelle vermutlich schon früher), auf Wasserstoff wäre man dagegen permanent angewiesen. Wasserstoff benötigt zudem spezielle Transportbehälter. Theoretisch wäre auch die Wasserstoffproduktion in einem eigenen Elektrolyseur möglich- nur das Verdichten des Wasserstoffes wäre technisch in kleinem Maßstab ziemlich aufwändig.
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Re: Bundesimmissionsschutzverordnung "die 26-te"

#20

Beitrag von Adrian » Mi 20. Feb 2019, 09:55

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Mit Blick auf elektromagnetische Wellen halte ich es zumindest für plausibel, dass auch hier die Regel Die Dosis (z.B. „Intensität mal Zeit“) macht das Gift gilt.

Warum sollte man eigentlich nicht, salopp gesprochen, da, wo man eine Überwachungskamera aufhängt, auch nicht ein Gerät zur Messung von elektromagnetischer Strahlung anbringen?

Ich könnte mir jedenfalls vorstellen, dass durch ein dauerhaftes Messen an sogenannten neuralgischen Orten (aus elektromagnetischer Strahlungssicht) gegebenenfalls Rückschlüsse auf Symptome / Krankheiten gewonnen werden könnten. Jedenfalls könnte zumindest so die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte überprüft werden.
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Re: Bundesimmissionsschutzverordnung "die 26-te"

#21

Beitrag von Martha » Mi 20. Feb 2019, 10:09

Messgeräte sind eine tolle Idee. Zur Überwachung der gesetzlichen Grenzwerte. Alleine wer würde es machen, wenn es doch die Exekutive selber ist, die solche Risiken auslöst.
Nicht mal als Kapital allein und aus nichts anderem als Profitgier mutmaßlich Grenzwerte verletzte (Diesel), musste erst DUH einschreiten, damit eine Überprüfung stattfand.
Am Beispiel 5g verdient der Staat ja sogar ganz direkt Milliarden - von den Möglichkeiten des Kapitals, weiteren Schrott in die Welt zu drücken mal ganz abgesehen, wer also sollte da irgendwas messen wollen? Und können?
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Re: Bundesimmissionsschutzverordnung "die 26-te"

#22

Beitrag von Harald Uhlig » Mi 20. Feb 2019, 17:53

Wofür wird wohl die meiste Bandbreite im Internet benötigt: Ich möchte wetten, für die Übertragung der Werbung. Das rasche Vorantreiben der Bandbreite ist vollkommen überflüssig. Das einzige Sinnvolle, das davon abhängt, ist vielleicht das vollautomatische Fahren. Das wird aber auch nicht wirklich dringend benötigt. Man hätte also genug Zeit, "Nebenwirkungen" gründlich zu erforschen. Außerdem ist der Bandbreitenausbau höchstwahrscheinlich auch ein Energiefresser und schon daher unverantwortlich.
Das Wettrennen in dieser Technologie müsste allerdings durch internationale Verträge gebremst werden. Ansonsten ist es wie bei der Rüstung: Die anderen verdienen daran und es wird nicht wirklich verhindert. Die Trumpsche Ära ist für internationale Vereinbarung leider denkbar unpassend.
Messungen zu erzwingen sollte aber möglich sein, genau wie bei der Abgasmessung.
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