Steuerwende

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Harald Uhlig
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Steuerwende

#1

Beitrag von Harald Uhlig » Do 21. Mär 2019, 16:27

Die Notwendigkeit einer Wende in der Steuerpolitik lässt sich nicht einseitig Sozialstaat oder Wirtschaft zuordnen, es scheint mir aber hier sonst keinen thematischen Aufhänger für dieses wichtige Erfordernis zu geben. Daher erstmal hier.

Als Einstand dazu bin ich auf folgendes gestoßen: https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaen ... egensteuer

Wenn man heute an die USA denkt, dann leider zuerst an Trump und damit: Hopfen und Malz verloren.
Die erfreuliche Kehrseite ist aber, dass die Opposition sich dort im Gegensatz dazu an alte Weisheiten erinnert und darüber hinaus sogar neue Ideen hat.
Ich hätte nichts dagegen, wenn man in ein paar Jahren vielleicht mal tatsächlich von den USA wieder was lernen kann.
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Martha
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Re: Steuerwende

#2

Beitrag von Martha » Do 21. Mär 2019, 22:33

Mit AOC und Tulsi Gabbard, aber auch einigen anderen unerschrockenen überwiegend Frauen, überwiegend mit Migrationshintergrund, hat sich in usa eine mutige Gegenbewegung in Marsch gesetzt, sogar Richtung Parlament 👍

Und natürlich werden diese sofort als unrealistisch gedisst, wo denn das Geld herkommen solle, wie man das bezahlen solle, wie man sich das leisten kann. AOC sagt immer, wie man sich leisten könne, das nicht zu tun 💛✊
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Re: Steuerwende

#3

Beitrag von Querdenker » Fr 22. Mär 2019, 18:00

#1 von Harald Uhlig » Do 21. Mär 2019, 16:27
Die Notwendigkeit einer Wende in der Steuerpolitik lässt sich nicht einseitig Sozialstaat oder Wirtschaft zuordnen, es scheint mir aber hier sonst keinen thematischen Aufhänger für dieses wichtige Erfordernis zu geben.
Meine Meinung:
Ich würde mir Folgendes wünschen:
Aus Rentenbeiträgen werden Staatsfonds finanziert, mit denen Sozialwohnungen geschaffen und unterhalten werden. Nutzt man im Alter keine Sozialwohnung, so wird dies der Rente gut geschrieben.
Auch Selbstständige der Wirtschaft müssen sich für das Risiko der Armut im Alter mitversichern. Grundsicherung ist Aufgabe eines jeden und von diesem Bereich kann man das bei Selbstständigen nicht auf freiwilliger Basis so weitermachen. Zu viele Selbstständige gehen zu sorglos mit der Altersvorsorge um, für die dann die Solidargemeinschaft aufkommen muss.
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Re: Steuerwende

#4

Beitrag von Harald Uhlig » Fr 22. Mär 2019, 20:31

Eigentlich sollte es hier um Steuern gehen und nicht um Renten.
Aber wenn wir schon dabei sind: Ich denke, dass die Umlage-finanzierte Rente weiterhin die Basis bilden muss. Das mit dem Staatsfonds für Wohungen könnte man maximal mit Zusatzrentenbeiträgen machen, also als Ersatz für die heutige Riesterrente.
LG
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Re: Steuerwende

#5

Beitrag von Eva K. » Fr 22. Mär 2019, 22:02

Meine Utopie was Besteuerung von Unternehmen betrifft:


Für die Festsetzung der Steuern, die ein Unternehmen zu zahlen hat, werden folgende Kennzahlen herangezogen:

Einnahmen,
Lohnkosten und
abgeführte Sozialversicherungsbeiträge.

Je höher die Einnahmen in Relation zu den Lohnkosten und den abgeführten Beiträgen in die Sozialversicherung, desto höher der Steuersatz.
Das wäre ein Anreiz für mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und würde diejenigen zur Kasse bitten, die auf Kosten der abhängig Beschäftigten Profit machen.

Und so eine Steuererklärung hätte tatsächlich auf einem Bierdeckel Platz.
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Re: Steuerwende

#6

Beitrag von Querdenker » Sa 23. Mär 2019, 09:02

#4 von Harald Uhlig » Fr 22. Mär 2019, 20:31
Eigentlich sollte es hier um Steuern gehen und nicht um Renten.
Aber wenn wir schon dabei sind: Ich denke, dass die Umlage-finanzierte Rente weiterhin die Basis bilden muss. Das mit dem Staatsfonds für Wohungen könnte man maximal mit Zusatzrentenbeiträgen machen, also als Ersatz für die heutige Riesterrente.
LG
Steuerwende ist ein Wort, das es im Duden nicht gibt. Insofern mal quer gedacht, haben wir sehr viele Gestaltungsmöglichkeiten. Sozialwohnungen nicht aus Steuermitteln zu finanzieren, sondern aus Rentenbeiträgen, wäre ein großer Schritt in einer Steuerwende. Wohnungen müssen keine Profite für Betreiber abwerfen, die in Dividenden spekulieren. Jeder finanziert seinen eigenen Wohnraum im alter aus Rentenbeiträgen. Das Wohnrecht ist die Dividende im Alter. Vorteil auch, im Alter reichen kleinere Wohnungen und so haben mehr Familien mehr angemessenen Wohnraum, der nicht von älteren blockiert wird. Also kein Ersatz für Riestern, sondern ein Grundstock Wohnung finanziert über Rentenbeiträgen. Preiswerter Wohnen und eine würdevolle Bleibe im Alter wenn Wohnraum nicht mehr bezahlbar ist.
LG
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Re: Steuerwende

#7

Beitrag von Harald Uhlig » Sa 23. Mär 2019, 18:26

Hallo, @Querdenker , der Duden nimmt auch neue Wörter auf, wenn sie in Gebrauch kommen. Leider hat es aber noch nie irgendwo eine Steuerwende gegeben bisher. Das ist ja das Elend! Eine Steuerwende wäre z.B.,wenn die Mehrwertsteuer komplett abgeschafft würde, weil sie extrem ungerecht die Ärmeren bestraft und außerdem ökonomisch nachteilig wirkt. Allerdings sollte es dafür eine Luxussteuer geben und eine Konsumgütersteuer auf alle Gerätschaften, die nicht reparaturfreundlich gebaut sind.
Ich hatte nicht bedacht, dass Sozialwohnungen aus Steuermitteln gestützt werden. Insofern hast Du natürlich Recht damit, das hier zuzuordnen. Es würde also dann nach Deinem Wunsch ein Teil der Rentenbeiträge nicht direkt an die Rentner ausgezahlt, sondern im Alterswohnungsfonds angelegt, wenn ich das richtig verstehe. Die Rentner können sich davon dann angemessenen Wohnraum kaufen, wenn sie in Rente gehen und bekommen entsprechend weniger Rente.
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Re: Steuerwende

#8

Beitrag von Querdenker » So 24. Mär 2019, 07:59

@Harald Uhlig
Nein, das hatte ich anders gemeint.
Ich meine das so, dass bei Beginn der Altersrente die Bürger die Möglichkeit haben, eine staatlich über Rentenbeiträge finanzierte Wohnung zu mieten.
Sollten Bürger nicht davon Gebrauch machen, wird die Nichtnutzung mit zu der Rente vergütet. Es wird sichergestellt, dass derjenige, der sein Leben lang gearbeitet hat, auch im Alter ein Dach über dem Kopf hat. Neu hierbei wäre, dass der Staat einen Teil aller eingehenden Rentenbeiträge in staatliche Fonds anlegt, aus denen dann Wohnungen finanziert werden. Wir hätten dann somit zwei Rentenkassen. Eine zusätzliche Rentenkasse für Sozialwohnungen im Alter. Wenn auch alle Selbstständigen pflichtversichert werden, dann würde die Allgemeinheit hier nicht das Risiko für Selbstständige in vollem Umfang übernehmen, die ihr Unternehmen nach z.B.40 Jahren in den Sand setzen und dann Grundsicherung beantragen. Das mietfreie Wohnen hat sich dann jeder selber erwirtschaftet und deckt schon mal einen Teil der Grundsicherung durch Eigenleistung ab. z.B. 30% der Rentenbeiträge in Wohnraum zu investieren, halte ich für überlegenswert.
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Re: Steuerwende

#9

Beitrag von Harald Uhlig » Mo 25. Mär 2019, 16:21

@Querdenker , meinst Du nun mietfreies Wohnen oder nur mietvergünstigtes Wohnen? Oder beide Varianten je nach Rentenanspruch? Mit den Selbständigen, das ist unbedingt richtig, auch in deren eigenen Interesse.
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Re: Steuerwende

#10

Beitrag von Querdenker » Mo 25. Mär 2019, 17:27

#9 von Harald Uhlig » Mo 25. Mär 2019, 16:21
@Querdenker , meinst Du nun mietfreies Wohnen oder nur mietvergünstigtes Wohnen? Oder beide Varianten je nach Rentenanspruch? Mit den Selbständigen, das ist unbedingt richtig, auch in deren eigenen Interesse.
Ja, ich meine beide Varianten.
Wer seine ortsübliche Miete durch Rentenbeiträge erwirtschaftet hat, darf natürlich mietfrei in einer Sozialwohnung wohnen oder kann auch dorthin ziehen, wo es günstiger ist. Es kann also nur eine Verrechnung mit dem Gesamtrentenanspruch sein. Ein 450-Euro-Jobber müsste also im Bereich Miete für seine Wohnung weiter eine Grundsicherung erhalten, würde aber schon einmal einen Sockelbetrag selber erwirtschaftet haben. Da der Wohnraum nicht vererbbar ist, baut der Staat mit der Zeit einen soliden Wohnungsbestand auf, da die Rentenbezugszeiten in einem anderem Verhältnis zu der Nutzungsdauer von Wohnimmobilien stehen. Hier würden wir, so die Theorie, einem Ausverkauf von Bürgereigentum entgegenwirken. Der Staat müsste sich für eigene Grundstücke auch nicht selber eine Grunderwerbssteuer zahlen, womit das Ganze dann auch noch günstiger für die Mieten wäre.

Im Kurzen: Ich wünsche mir, dass Sozialwohnungen der Zukunft z.T. Staatliches Eigentum sind. Die Finanzierung könnte aus Rentenbeiträgen erfolgen oder man kürzt die Rentenbeiträge drastisch und schafft parallel eine Abgabe für eine Wohnungsvorsorge im Alter an der alle, (Selbstständige, abhängig Beschäftigte, und auch Beamte) beteiligt sind.
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Re: Steuerwende

#11

Beitrag von Querdenker » Mo 25. Mär 2019, 17:38

Digitalsteuer oder wie es auch immer heißen soll....
Meine Meinung:
Irgendwie kann ich kein ernsthaftes Bemühen erkennen, dass von den ganz großen internationalen Unternehmen ein angemessener Beitrag an Steuern eingezogen wird. Vielleicht sollte es weniger wichtig sein, wo ein Server eines Weltunternehmens steht oder in welchem Land eine Tochtergesellschaft gegründet wurde, sondern, wo die Ware versteuert werden könnte, nämlich an dem Ort, wo diese vom Kunden empfangen wird. Der Kauf einer Ware findet an dem Ort statt, wo der Klick dazu getätigt wird. Insofern spielt meines Erachtens der Serverstandort weniger eine Rolle, da Daten dorthin ja nur verschoben werden.
Gesetze vielleicht generell so gestalten, dass es einen Kontext gibt, der einzuhalten ist. Ein Steuerschlupfloch kann nicht Sinn eines Kontext sein.
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Re: Steuerwende

#12

Beitrag von Eva K. » Mo 25. Mär 2019, 18:16

Weil es ja unter dieser Überschrift um Steuern gehen sollte, hier meine Frage:

Was haltet Ihr von dieser Idee?



Eva K. hat geschrieben:
Fr 22. Mär 2019, 22:02
Meine Utopie was Besteuerung von Unternehmen betrifft:


Für die Festsetzung der Steuern, die ein Unternehmen zu zahlen hat, werden folgende Kennzahlen herangezogen:

Einnahmen,
Lohnkosten und
abgeführte Sozialversicherungsbeiträge.

Je höher die Einnahmen in Relation zu den Lohnkosten und den abgeführten Beiträgen in die Sozialversicherung, desto höher der Steuersatz.
Das wäre ein Anreiz für mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und würde diejenigen zur Kasse bitten, die auf Kosten der abhängig Beschäftigten Profit machen.

Und so eine Steuererklärung hätte tatsächlich auf einem Bierdeckel Platz.
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Re: Steuerwende

#13

Beitrag von Querdenker » Di 26. Mär 2019, 01:47

Eva K. hat geschrieben: ↑Fr 22. Mär 2019, 22:02
Meine Utopie was Besteuerung von Unternehmen betrifft:..........
Weil es ja unter dieser Überschrift um Steuern gehen sollte, hier meine Frage:
Was haltet Ihr von dieser Idee?
Die Bitte nach einer Antwort zu einer Idee, die vom Grund her eine reale Grundlage ausschließt, kann nur 42 sein. ;)
Die Gedanken sollten gerichtet werden in Versteuerung bzw. Abgaben für Maschinen und künstlicher Intelligenz. Das ist weit mehr als ein nationales Problem wenn viele technische Dinge und Abläufe autonom werden und Arbeitsplätze weltweit verloren gehen. Das betrifft nicht nur die Steuern, sondern es stellt auch unsere Sozialsysteme auf den Kopf.
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Re: Steuerwende

#14

Beitrag von Querdenker » Di 26. Mär 2019, 08:56

@Eva K.
Einen Anreiz für Unternehmen, hierdurch mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigte einzustellen, sehe ich nicht. Man kann nur so viel Menschen einstellen, für die auch Arbeit da ist. Man sollte auch nicht umständlich arbeiten, um mehr zu verdienen, indem man dann Steuern spart. Überspitzt, wir schaffen Bagger wieder ab und machen alles mit Schaufeln. Da müssen wir ja auch international denken.
Leistung heißt auch, irgendwie mit wenig Aufwand viel zu erreichen. Man darf sich aber Gedanken machen, inwieweit Firmen, die Roboter oder künstliche Intelligenz beschäftigen, Sozialabgaben oder eine Sondersteuer für diese nach Umsatz zahlen müssen. Hier könnte man auch die theoretische Arbeitsleistung eines Menschen bewerten und in einem Faktor Maschine umrechnen. Wenn der Faktor Mensch z.B. 0,2 im Bezug zur Maschine wäre, hätten wir dann vereinfacht eine Lücke von 0,8 in den Sozialabgaben. Diese Lücke kann durch Erhöhung aber nicht ausgeglichen werden, weil wir z.B. ein Exportland sind. Wir werden nicht genug Bierdeckel haben, um das zu lösen. Es muss internationale Regeln geben, um Maschinenleistungen oder künstliche Intelligenz zu besteuern. Wenn wir nicht in Massenarbeitslosigkeit versinken möchten, sollten Menschen die Abhängigkeit von Maschinen - künstlicher Intelligenz und damit die Folgen von Abgaben (Steuern und Sozialleistungen) zukunftsträchtiger gestalten.
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Re: Steuerwende

#15

Beitrag von Eva K. » Di 2. Apr 2019, 21:14

Da denke ich vom anderen Ende her:
Aus Sicht der abhängig Beschäftigten wird vor allem in personalintensiven Betrieben wie Pflegeeinrichtungen oder Krankenhäusern, im Reinigungsgewerbe usw. an den Lohnkosten gespart durch Outsourcing, geringfügige Beschäftigung und Scheinselbständigkeit. Hier würde eine steuerliche Entlastung derjenigen Betriebe, die mehr Sozialversicherungsbeiträge abführen eben genau dieser Ausbeutung, deren Ergebnis "Aufstocker" sind, die von dem Lohn für ihre Arbeit nicht über die Runden kommen, entgegenwirken.
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Re: Steuerwende

#16

Beitrag von Martha » Di 2. Apr 2019, 23:58

Ich finde, die Diskussion zeigt sehr schön das Defizit: ,Wenn das Kapital frei ist, global zu marodieren, dann muss alles andere ebenso global gedacht werden, also die Steuern, die Sozialbeiträge, die Arbeiterrechte, das Eigentum. Dann ist es egal, wo auch immer jemand Server stehen oder Lizenzen zu bedienen hat, entweder sind die Belastungen überall gleich, oder man muss, wie es usa seit eh und je eintreiben, seine Steuern an usa bis zu dem dort gültigen Satz direkt abgeben, dafür und weil man Amerikaner ist - konsequent wäre noch die Ausbürgerung all jener, die ihrer Steuerpflicht nicht nachkommen.
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Re: Steuerwende

#17

Beitrag von Eva K. » Fr 19. Apr 2019, 00:03

Querdenker hat geschrieben:
Di 26. Mär 2019, 08:56
Es muss internationale Regeln geben, um Maschinenleistungen oder künstliche Intelligenz zu besteuern. Wenn wir nicht in Massenarbeitslosigkeit versinken möchten, sollten Menschen die Abhängigkeit von Maschinen - künstlicher Intelligenz und damit die Folgen von Abgaben (Steuern und Sozialleistungen) zukunftsträchtiger gestalten.
Sorry, aber so wird das nicht funktionieren mit "ES MUSS internationale Regeln geben..."
Wer sollte denn auf internationaler Ebene in der Lage sein, solche Regeln aufzustellen und durchzusetzen? Oder überhaupt ein Interesse daran haben, die Abhängigkeit der Menschen von Maschinen zu begrenzen?
Dort ist doch die Macht (nicht zuletzt auch die Definitionsmacht!) in den Händen der internationalen Konzerne, die gerade an der Produktion von genau diesen Maschinen, die Arbeitsplätze überflüssig machen, profitieren und zudem ein hohes Interesse daran haben, möglichst wenig Steuern und Sozialabgaben zu zahlen.

Dass WIR nicht in Massenarbeitslosigkeit versinken möchten, das glaube ich gern - von den internationalen Konzernen nehme ich das allerdings nicht unbedingt an (da vermute ich eher Ignoranz).
und was bedeutet in diesem Zusammenhang "zukunftsträchtiger"?
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Re: Steuerwende

#18

Beitrag von Querdenker » Sa 20. Apr 2019, 01:37

Sorry, aber so wird das nicht funktionieren mit "ES MUSS internationale Regeln geben..."
Wer sollte denn auf internationaler Ebene in der Lage sein, solche Regeln aufzustellen und durchzusetzen?
Dafür gibt es Politiker.
Oder überhaupt ein Interesse daran haben, die Abhängigkeit der Menschen von Maschinen zu begrenzen?
Das sind die Verbraucher.
und was bedeutet in diesem Zusammenhang "zukunftsträchtiger"?
Sozialkassen funktionieren wenn diese durch Arbeitsleistung gefüllt werden. Durch immer mehr Automatisierung und künstlicher Intelligenz entsteht durch Entlassungen ein Mangel. Diesem sollte wie beschrieben gegengesteuert werden.

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Re: Steuerwende

#19

Beitrag von Martha » So 21. Apr 2019, 10:59

Wer glaubt denn noch, dass wir nicht längst für die Kapitalklasse überflüssiges UND abzuschaffendes Menschenmaterial, um nicht zu sagen -müll, sind?
Dass die Kapitalklasse nicht längst erkannt hat, dass das Versklaven-und-Auspressen von uns unten sein Ende erreicht hat, nichts mehr bei uns zu holen ist, wir ab jetzt "deren" Geld kosten?
Dass Kapitalismus mal wieder sein Finale im Faschismus findet - Menschenverachtung der "Ungebrauchten" gibt es mindestens seit 20 Jahren für jedermann deutlich sichtbar, Menschenvernichtung seit Hartz4, durch stetiges Aushungern und Verringerung der Lebenserwartung um bisher gut 10 Jahre, das kann man ja noch deutlich steigern, um das nach oben verteilte Vermögen zu schonen.
Dass sie nicht genau aus dem Grunde KI und Roboterisierung vorantreiben, weil die für sie die Arbeit leisten kann, ohne sie auch noch Geld zu kosten und aufzumurren?
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Re: Steuerwende

#20

Beitrag von Harald Uhlig » So 21. Apr 2019, 21:57

Da gibt es ein Problem: KI und Roboter kaufen nichts. Insoweit haben die Konzerne in ihrer Gesamtheit ein Interesse daran, dass es zahlungskräftige Verbraucher gibt. Das könnte letztlich dafür sorgen, dass die Konzernlobby Politiker dazu bringt, dafür zu sorgen, dass die zahlungskräftigen Verbraucher nicht verschwinden. Das würde so etwas wie branchenbezogene Tarifverträge erfordern, die letztendlich weltweit gültig sein müssten. Aus heutiger Sicht unvorstellbar, wo es nicht mal mehr genug Flächentarifbindung gibt.
Außerdem: Nach Marx können nur Menschen ausgebeutet werden. D.h., je weniger Menschen am Produktionsprozess beteiligt sind, desto stärker muss der Einzelne ausgebeutet werden, um noch rentabel zu sein. Irgendwann bleibt dem Produzierenden nur noch die Wahl zwischen Verhungern/Erfrieren oder Burn out. Das wird ja schon jetzt langsam erkennbar.
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Re: Steuerwende

#21

Beitrag von Martha » So 21. Apr 2019, 23:35

Nein, kein Problem, denn du hast einen Punkt meines Post nicht einbezogen:
Wer glaubt denn noch,[...]
Dass die Kapitalklasse nicht längst erkannt hat, dass das Versklaven-und-Auspressen von uns unten sein Ende erreicht hat, nichts mehr bei uns zu holen ist, wir ab jetzt "deren" Geld kosten?
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Re: Steuerwende

#22

Beitrag von Harald Uhlig » Mo 22. Apr 2019, 20:01

@Martha , es funktioniert nicht ohne Verbraucher, die etwas kaufen. Warum sind gerade die Aldi-Besitzer am reichsten? Weil sie an die Ärmsten ihre Ware verkaufen, in großen Mengen. An den Tafeln kann man nichts verdienen. Du hast aber insoweit recht, dass man auf die Allerärmsten leider nicht angewiesen ist. Aber wenn tatsächlich in Größenordnungen weitere Arbeitsplätze wegfallen, dann wird es nicht mehr funktionieren mit der Ausbeutung, denn KI und Roboter kann man nicht ausbeuten. Die Kosten was sie kosten und brauchen ihre Wartung, sonst versagen sie. Erpressen kann man da nichts.
Und Rendite bringt den Reichen dann ihr Reichtum nicht mehr. Sie können dann nur noch von der Substanz leben. Das ist natürlich ein schwacher Trost, denn die reicht eine ganze Weile bei denen. Aber es wird ihnen nicht genügen. Deshalb werden sie immer dafür sorgen, dass menschliche Tätigkeit verbleibt, so dass man ausbeuten kann. Leider schließt das die Kriegsproduktion ein. Die besten Märkte sind ja die, wo die Bezahlung organisiert und garantiert ist über Steuern, Sozialversicherung, sonstige Versicherung. Auch ein Grund, warum sie keine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen haben wollen: An Unfällen kann man gut verdienen.
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Re: Steuerwende

#23

Beitrag von Martha » Mo 22. Apr 2019, 23:14

Genau das habe ich geschrieben: es ist allen klar geworden, dass das Profitmachen sein Ende erreicht hat, also wird überflüssiges Menschenmaterial abgebaut, bevor es noch deren Reixhtum schmälert.
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Re: Steuerwende

#24

Beitrag von Harald Uhlig » Di 23. Apr 2019, 13:58

Wir haben also demnach eine 4-gliedrige Gesellschaft (nur arbeitsfähige betrachtet):
- etwa 1 % reine Ausbeuter
- etwa 40 % arbeitende Nutznießer von Ausbeutung
- etwa 40 % prekär Beschäftigte
- etwa 20 % Überflüssige
wobei in 20 Jahren, die Zahlen dann etwa so aussehen: 0,5 % - 20 % - 20 % - 60 %
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Re: Steuerwende

#25

Beitrag von Harald Uhlig » Mi 24. Apr 2019, 13:25

Einfacher als die Steuererklärung auf dem Bierdeckel, dafür wesentlich gerechter, zudem noch gut für die Erhaltung des Bargelds:

Die Mikrosteuer

Jetzt detailliert vorgestellt von 4 nicht lobby-gesteuerten Fachleuten:

https://www.infosperber.ch/Artikel/Gese ... -besteuern
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